Opening: Wednesday, July 3, 2019, 7 pm
The artist is present


GERMAN:
„Die Bergbilder und die abstrakten Farbentladungen stellen keinen Widerspruch dar, verdeutlichen sie doch die Pole, die
als komplementäre Gegensätzlichkeiten die schillernde Symbiose im Werk Herbert Brandls eingehen, das in der
Ambivalenz der Schwebe zwischen Motivandeutung und Material erlebt und nicht entziffert werden soll.“
Magareta Sandhofer, 2016
Die Galerie Elisabeth & Klaus Thoman freut sich, die 7. Einzelausstellung von Herbert Brandl in der
Innsbrucker Galerie anzukündigen. Die Ausstellung demonstriert die Vielfältigkeit in Brandls Schaffen.
Von verschiedenen Positionen bewegt sich der Künstler im Spannungsfeld zwischen Abstraktion und
Figuration. Einerseits geht es ihm um Exaktheit und Momenthaftigkeit: die weiß grundierten
Leinwände, auf die mit präzisem schwarzem Pinselstrich ausschließlich Konturen aufgebracht werden,
lassen keine Korrekturen zu. Die Motive sind auf das Wesentliche reduziert. Das Bergsujet, aus der
Ferne mit felsigen Gipfeln und spröden spitzen Form von kristalliner Präsenz, verliert beim
Nähertreten die materielle Substanz des Gegenständlichen in der Materie der Farbe. Antithetisch dazu
die abstrakten Arbeiten in leuchtenden bunten Farben: Hier deuten Format und Lichtführung diffus
auf ein Landschaftssujet hin, während die räumliche Illusion von Farbschichtungen mit der Farbrolle
verdichtet und verwischt und so zurück in die Zweidimensionalität getrieben wird. Die Bilder, gestisch
ausgeführt, lassen den energetischen Arbeitsprozess Brandls sichtbar erscheinen, der die Bildoberfläche
zum Farbspektakel werden lässt. Frei von jeglichen gegenständlichen Referenzen hingegen bezeugen
die farbintensiven, monochrom magentafarbenen Arbeiten Herbert Brandls Interesse an feinteiligen
Texturen.

Herbert Brandl, geboren 1959 in Graz, lebt und arbeitet in Wien. 1978 Studium an der Akademie für
angewandte Kunst Wien bei Peter Weibel und Herbert Tasquil., Professor an der Kunstakademie
Düsseldorf 2004-2019. Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen seit 1981, z.B. 1986 Hacken im
Eis Kunsthalle Bern und Museum des 20. Jahrhunderts Wien; 1990 Musée d'Art Moderne de la Ville de
Paris; 1991 Museum Van Hedendaagse Kunst Ghent (solo); 1992 documenta IX Kassel; 1993 Der
zerbrochene Spiegel Kunsthalle Wien und Deichtorhallen Hamburg; 1998 Herbert Brandl Sezession Secession
Wien; 1999 Kunsthalle Basel (solo); 2002 Herbert Brandl Panorama Kunstraum Innsbruck; 2002 Es gibt
kein letztes Bild. Malerei nach 1968 Museum für Gegenwartskunst Basel; 2005 China retour MUMOK Wien;
2007 Austrian Pavilion La Biennale di Venezia (solo); 2009 Deichtorhallen Hamburg (solo); 2009/2010
Herbert Brandl. Berge und Landschaften. Monotypien Albertina Wien; 2010 Painting: Process and Expansion
MUMOK Wien; 2011 Bank Austria Kunstforum Wien (solo); 2012 Abstraction/Figuration, Austrian
Contemporary Art, Sochi Art Museum, Sochi; 2013 Geschenke an das Ferdinandeum, Tiroler
Landesmuseum Ferdinandeum Innsbruck; 2014 Reines Wasser, Lentos Kunstmuseum, Linz; 2015
Homelandjoe and the holy Bauernmonos, Greith-Haus, St. Ulrich (solo); 2016 Herbert Brandl, Haus der Kunst
St. Josef Solothurn; 2016/2017 Schräg bis Vertikal, arlberg1800 Contemporary Art & Concert Hall; 2017
Hyänenpause, Museum Franz Gertsch (solo).
Mit der Galerie Elisabeth & Klaus Thoman verbindet ihn eine lange und fruchtbare Zusammenarbeit
seit Pittura Austriae. Positionen aus Österreich. II/III 2000, mit vielbeachteten Publikationen und
Einzelausstellungen wie Spektrolith 2010, Vulkan, Khyber und Katana 2013, und Sommerschnee 2016, und
gemeinsamen Projekten, wie Publikation und Austellung der Monotypien 2009/2010 in der Albertina
oder die Ausstellung mit riesigen Formaten im Hospiz am Arlberg 2016/2017. 2020 widmet ihm das
Belvedere 21 eine große Personale