Johanna Freise erschafft in ihren farbprächtigen Malereien Bildszenarien, die unerschrocken ehrlich sind. In der Art eines Filmstills zeigen ihre Bilder würdevolle Selbstreflexionen, die von einem feinen Gespür für alles Menschliche künden. Ihre symbolträchtigen inneren sowie äußeren Landschaften eröffnen Räume zu unseren Unzulänglichkeiten, tiefsten Abgründen oder Sehnsüchten. In ihrer grenzüberschreitenden Direktheit erinnern sie auch an frühe surreale Experimentalfilme der Avantgardisten. Komposition und Perspektive gestaltet Freise nicht selten in Anlehnung an die Bildsprache des Comics, ein Medium, dessen sie sich auch für ihren vielfach ausgezeichneten Kurzfilm bediente. In einem Zeitraum von mehr als vier Jahren entstanden für den Trickfilm Kurzes Leben (2008) in höchst versierter Technik tausende Zeichnungen. Dabei diente ihr ein 1998 entstandenes Comic als Storyboard. Ihre Malereien zeugen von dieser aufwendigen Filmproduktion und ihrer intensiven Auseinandersetzung mit der Zeichnung. Ungeachtet ihrer bildsprachlichen Klarheit erschließen sich ihre Bilder nicht auf den ersten schnellen Blick, sondern erfordern einen Betrachter, der sich Zeit nimmt und auf das, was hinter den Bildern liegt, einlässt.

 

2003 überzeugte Freise die Jury des Georg Eisler-Preises „durch die Originalität der Bildfindungen wie durch die aufregend gesetzte Malerei“. 2008 wurde ihr mehrfach prämierter Kurzfilm Kurzes Leben in der Galerie Elisabeth und Klaus Thoman Innsbruck vorgeführt, kurz darauf im Rahmen der New Talents bei der Art Cologne und an zahlreichen europäischen Filmfestivals präsentiert. Die 1961 in Kiel geborene Meisterschülerin von Maria Lassnig und Christian Ludwig Attersee lebt und arbeitet in Wien. 

www.johannafreise.com

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In her colourful paintings, Johanna Freise unfolds image scenarios that are unflinchingly honest. In the manner of film stills, her pictures present graceful self-reflections bearing witness to a very fine sense of all things human. The artist's interior and exterior landscapes, fraught with symbolism, open doors on to our inadequacies, our deepest abysses or desires. In their extraordinary directness, they also remind us of the early experimental films of the Surrealist avant-garde. Composition and perspective frequently borrow from the imagery of comics, a medium that Freise also resorted to for a short film she won numerous prizes for. Kurzes Leben (2008) consists of thousands of highly skilled drawings produced over a period of more than four years. The storyboard was based on a comic created in 1998. The paintings presented now hark back to this painstaking film production and the artist's intensive confrontation with the medium of drawing. Irrespective of the clarity of their imagery, Johanna Freise's pictures do not disclose their full meaning at first glance, but demand observers who take their time and are prepared to let themselves in for what is beneath the surface.

 

In 2003, Johanna Freise won the jury at the Georg Eisler Award over "by the originality of the imagery as well as the sheer excitement of the painting." In 2008, her much-decorated short film Kurzes Leben was presented at Galerie Elisabeth und Klaus Thoman in Innsbruck, and shortly afterwards shown on the occasion of New Talents at Art Cologne as well as at numerous European film festivals. Freise, born in Kiel in 1961, studied painting in the master classes of Maria Lassnig and Christian Ludwig Attersee. She now lives and works in Vienna.

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