- 16.09.10 - 11.08.10 Michael Kienzer Skulptur
- 03.07.10 - 11.09.10 Max Weiler Zum 100. Geburtstag
- 29.05.10 - 01.07.10 Jürgen Klauke Fotoarbeiten 1970 - 1980
- 10.04.10 - 27.05.10 Arnulf Rainer Malerei
- 06.02.10 - 06.04.10 Thomas Feuerstein where deathless horses weep
Die sprachliche Verfasstheit von Kunst wird zum Ausgang einer neuen Werkreihe, die Skulpturen, Objekte, Malerei, Grafiken und eine biochemische Installation versammelt.
Die eigens für die Ausstellung konzipierte Installation Some Velvet Mourning führt in eine Welt der Laborküchen und Alchemie: Kunst ist „feuchte Luft“, die aus den Mundhöhlen der Besucherinnen und Besucher strömt, um an einer gekühlten Bronzeskulptur zu kondensieren. Das Kondensat wird einer chemischen Synthese unterzogen, bei der aus gesprochenen Wörtern molekulare Skulpturen aus Aminosäuren, Glucose und Ethanol entstehen, die als Liköre und Spirituosen materialisiert werden: Je mehr über Kunst geredet wird, desto mehr Trinkbares resultiert; je mehr getrunken wird, umso gesprächiger werden Menschen und desto mehr Kunst wird destilliert.
Für die verschiedenen molekularen Skulpturen wurden 72 Flaschenobjekte angefertigt, aus denen sich die Arbeit Genius in the Bottle zusammensetzt. Grafiken in Email und auf Spiegelglas verweben die Prozesse mit einer konzeptuellen Erzählung, die in Skulpturen und Leinwandbildern, welche kartographische Landschaften und metabolische Ursuppen zeigen, weitergeführt wird.
Thomas Feuerstein hat für die Ausstellung Where Deathless Horses Weep ein Laboratorium der Kunst geschaffen, in dem Verflechtungen zwischen Sprache, Bildern, molekularen Strukturen sowie biologische und soziale Bedingungen des Lebens untersucht werden. Sprache weist bei Feuerstein über die Kommunikation und Speicherung hinaus und wird zu einem dämonischen Code, der Symbole, Informationen und Handlungsanweisungen in Körper und Materie übersetzt. Das Sprechen über Kunst wird zum Material von Kunst für Elixiere, Essenzen und Spirituosen, in denen Flaschengeister als Enzyme, Katalysatoren und Programme auf ihre Medien warten.
-----------------------------------------------------------------------------------------Die Installation Some Velvet Mourning von Thomas Feuerstein vereint – in einem streng wissenschaftlichen Kontext – das klassische Konzept der Ursuppe und Uratmosphäre mit der Wirkungsweise von Schwarzen Rauchern als beschleunigende Katalysatoren der biomolekularen Genesis. Der technische Aufbau spiegelt somit im Labormaßstab ein wahrscheinliches Szenario wider, wie es auf unserem Planeten vor über 3 Mrd. Jahren zur Neogenese der molekularen Vorstufen komplexer Lebensformen kommen konnte.
Die in der Biologie klassische Formulierung für den Beginn des Lebens lieferte der US-Wissenschaftler Stanley Miller. Gemäß seiner "Ursuppen-Theorie" entwickelten sich aus einem Gemisch von Methan, Ammoniak, Wasser und Wasserstoff in Reaktion mit elektrischen Funken organische Stoffe in den irdischen Ur-Ozeanen. Das klassische Experiment hatte das Ziel, in einem einfachen Glaskolben die Verhältnisse auf der unwirtlichen Urerde nachzuahmen, über deren Ozeane Schwaden dichter Vulkangase zogen, während Blitze die Atmosphäre durchzuckten.
In der simulierten, brodelnden Ursuppe waren aber nicht einfach irgendwelche chemischen Verbindungen entstanden, vielmehr ließen sich Aminosäuren, Ketone, Aldehyde oder Harnstoff nachweisen - allesamt Schlüsselverbindungen lebendiger Organismen. Analog zu Millers Experiment vor 57 Jahren, lässt auch Feuerstein in einem gläsernen Kreislauf Wasser kochen, dessen Dampf sich mit dem zugeführten Gasgemisch vermengt. Elektrische Funkenschläge bilden natürliche Blitze nach. Der Dampf kondensiert, tropft in den Kolben zurück und der Kreislauf beginnt von neuem. Bereits nach zwei Tagen findet sich die einfache Aminosäure Glyzin in seinem Reaktionsgemisch, ein Bestandteil von Proteinen. Zucken die künstlichen Blitze eine Woche lang, überzieht sich die Innenwand des Kolbens mit einer öligen Flüssigkeit, das Wasser selbst färbt sich gelblich-braun. Die automatische Probenanalyse zeigt, dass sich nun neben Glyzin, weitere Aminosäuren und andere organische Verbindungen in der kondensierten “Ursuppe“ angereichert haben.Einen Teil des so gewonnenen Kondensats führt Feuerstein laufend dem zweiten funktionellen Aufbau der Installation zu, einem Schwarzen Raucher im Labormaßstab. Die dabei abgezweigte Flüssigkeit aus der experimentellen Ursuppe lässt Feuerstein kontinuierlich durch nachströmende Mengen ersetzen: in Analogie zur globalen Vereisung der präkambrischen Urerde - in Form von glazialem Schmelzwasser.
Schwarze Raucher sind natürliche, hydrothermale Quellen auf dem Meeresboden in mehreren tausend Metern Tiefe. Sie entstehen, wenn Seewasser in die Kruste des Meeresbodens eindringt, erhitzt wird, mit dem Krustengestein reagiert und mit bis zu 400°C wieder zum Meeresboden aufsteigt. Entdeckt wurden sie erst 1977. Bis dahin war man davon ausgegangen, dass in der völlig lichtlosen, nährstoffarmen und lebensfeindlichen Umwelt der tiefen Meere kaum Leben existiere. Die Schwarzen Raucher aber reichern das umliegende Meerwasser mit einem Cocktail aus verschiedenen chemischen Elementen an, vor allem mit Helium, Schwefel und Eisen, aber auch mit wichtigen Spurenelementen wie Mangan, Kupfer und Zink sowie anderen Mineralien, die als Katalysatoren die Neuentstehung und Veränderung von organischen Molekülen ermöglichen. Nach neuesten Erkenntnissen bildeten vor allem die lehmartig strukturierten Eisen-Schwefel-Komplexe der unterseeischen Schlote die perfekten Keimzellen für die Entstehung der allerersten Lebensform. In gewisser Weise entspräche dies sogar der Theorie von "Adam" - zumindest wenn man seine Bedeutung aus dem Hebräischen herleitet: "adamah" gilt dort als Bezeichnung für die rötlich-braune Erdschicht, also für Ackererde oder Humus.Es ist jedenfalls höchst bemerkenswert, aber wissenschaftlich erklärbar, dass auch heute noch eine erstaunliche Vielfalt an primitiven Lebensgemeinschaften rund um die heißen Tiefseeschlote vulkanischen Ursprungs angesiedelt sind. Trotz der für höhere Lebensformen gänzlich unwirklichen Bedingungen bei extremen Drücken und Temperaturen, in absoluter Finsternis, ohne Sauerstoff, aber mit stark toxischen Gasen und Schwermetallen angereichertem Meerwasser.
In der gezeigten experimentellen Anordnung ist den beiden Genesisprozessen ein fraktioniertes Aufreinigungsverfahren für eine ausgewählte organische “Ursubstanz“ nachgeschaltet. Exemplarisch wird hier dargestellt, wie aus dem Ursuppenmolekül Ethanal an der katalytisch reduzierenden Matrix des Schwarzen Rauchers Ethanol, also Alkohol, generiert wird. In einem mehrstufigen Destillationsprozess wird dieses Biomolekül von allen anderen de novo entstandenen Verbindungen getrennt und als genussfähige Reinextrakt gewonnen.
Thomas Seppi
Labor für Strahlenbiologie, Medizinische Universität InnsbruckThomas Feuerstein
- 14.11.09 - 29.01.10 Herbert Brandl Spektrolith
- 03.10.09 - 04.11.09 Miroslav Tichý Miroslav Tichý
- 23.09.09 - 27.09.09 Herbert Brandl Monotyphien, Art Albertina 2009 Drawings International Art Fair
- 20.06.09 - 26.09.09 Jannis Kounellis Jannis Kounellis
- 18.04.09 - 30.05.09 Julia Bornefeld alter ego komm tanz mit mir! verlängert bis 13.06.2009
- 24.01.09 - 28.03.09 John M Armleder Sunny side up, over easy and soft boiled verlängert bis 11.04.2009
- 15.11.08 - 24.01.09 Günther Förg Die Trilogie der Tatzen
- 09.10.08 - 08.11.08 Antonio Ortega Werbung und Demagogie
- 13.09.08 - 08.11.08 Bruno Gironcoli Werke ab 1963 und neue Skulptur
- 31.05.08 - 06.09.08 Erwin Wurm Direktionsskulptur
- 29.04.08 - 24.05.08 Johanna Freise kurzes Leben
- 12.04.08 - 24.05.08 Florin Kompatscher Der scharfe Rand der Erde
- 15.03.08 - 30.04.08 Erwin Bohatsch Oeuvres récentes Galerie Vidal-Saint Phalle Paris
- 15.03.08 - 12.04.08 Michael Kienzer Sculptures récentes Galerie Bernard Jordan Paris
- 28.02.08 - 09.03.08 Bruno Gironcoli Modelle und Prototypen Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Innsbruck
- 21.02.08 - 11.05.08 Walter Pichler Es ist doch der Kopf Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Innsbruck
- 09.02.08 - 29.03.08 Michael Kienzer aus06bis08
- 23.11.07 - 26.01.08 Herbert Brandl Herbert Brandl
- 15.09.07 - 17.11.07 Norbert Schwontkowski Dolores
- 04.07.07 - 02.09.07 Thomas Feuerstein Trickster Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum
- 02.06.07 - 08.09.07 Otto Zitko Raumzeichnung
- 14.04.07 - 19.04.07 30
- 23.05.06 - 22.06.06 Clegg & Guttmann Muntean & Rosenblum Rudolf Polanszky Tamuna Sirbiladze Franz West DER FICKER II
- 05.11.05 - 10.12.05 Arthur Salner Walter Vopava
- 10.09.05 - 29.10.05 Tal R House of Prince
- 21.05.05 - 23.07.05 Julia Bornefeld Jimmie Durham Michael Kienzer Sarah Lucas Franz West Erwin Wurm sculpture
- 12.02.05 - 23.04.05 Clegg & Guttmann Rudolf Polanszky Franz West DER FICKER I
