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Von
Mai bis Oktober 2000 zeigen wir im Schlosspark Ambras Werke von FRANZ
WEST, der auf nationaler und internationaler Ebene höchstes
Interesse und Anerkennung hervorruft. Nach Karl Prantl 1995/96
und British Sculpture 1998/99 ist dies nun die 3. Ausstellung der
Projektreihe SKULPTUR IM SCHLOSSPARK AMBRAS.
Mit FRANZ WEST, einem der international bedeutendsten zeitgenössischen
Künstler, werden unkonventionelle Spielarten des Dreidimensionalen den
Park des Renaissance-Schloßes Ambras bevölkern. Seine in den 80-er
Jahren entwickelten Passstücke haben der Diskussion um eine
Erweiterung des Begriffs der Skulptur eine maßgebliche Facette hinzugefügt.
Der Betrachter wird aufgefordert seine statische Haltung des Gegenüber
zu verlassen und die Objekte benutzend, mit seinem bewegten menschlichen
Körper Teil des Kunstwerkes zu werden. Eine sich ironisch
artikulierende Skepsis steht auch dahinter, wenn FRANZ WEST aus
Lust am Tabubrechen eine bewusst banal profane und unernste Realität
der tabula rasa Situation vieler Künstler der späten 50-er und 60-er
Jahre entgegenstellt.
So wird im Weiher des Schlossparks von Ambras die Skulptur Flatus
aufgestellt – eine auf einer Metallstange montierte aufrechte längliche
“phallusartige” Form, die der Künstler mit einem Flatus voci –
das wäre ein Wort- oder Gedankenschas – assoziiert. Darüber hinaus
entstanden für Ambras Arbeiten, in denen West sein Konzept der
Metallskulpturen in formaler wie inhaltlicher Hinsicht erweitert. So
entwickelte er Formen, die entstehen könnten, wenn man einen Ton- oder
Lehm-“Patzen” unbefangen zu bearbeiten beginnt, und durch walken zu
wurstähnlichen Gebilden gelangt, die wiederum Ausgangspunkt für das
Entstehen anderer Formgebilde sein könnten.
Eine größere Anzahl sind einfach gestaltete Stücke, die FRANZ WEST
lautmalerisch Wuste, Qulze oder Qwertze nennt, wobei der Rezipient mit
diesen Wortbildungen ein Spektrum zwischen Wurst, Wulst, quellen,
verquasten, verqueert etc. in Verbindung bringen mag. Diese Skulpturen können
die Funktion von Parkbänken übernehmen – weswegen FRANZ WEST
sie auch expressis verbis als Sitzwuste deklariert. Indem diese
Werke zu einem mit physischer Kontaktaufnahme verbundenem Gebrauch
einladen, schlägt der Künstler einen Bogen zu seinem ursprünglichen
Konzept der Passstücke und führt dadurch auch vor Augen, dass
ein Objekt in seiner Funktion mehrfach besetzt sein kann.
Schließlich schaltet FRANZ WEST in diesem vielschichtigen Dialog
noch Werke befreundeter Künstler ein: eine Arbeit von Spaletti und eine
von Meuser werden von ihm "erweitert”.
Die Arbeiten des Künstlers lassen sich besonders gut und schonend in
den grandiosen Schlosspark Ambras integrieren, der ein beliebtes
Ausflugsziel besonders für Familien ist. Die Auseinandersetzung mit
einem nicht einschlägig interessierten Publikum wird einen speziellen
Reiz dieser Ausstellung ausmachen.
Begleitend zur Ausstellung wird auch diesmal ein intensives
Publikumsservice eingerichtet, wodurch die Besucher die Plastiken mit
geführten Rundgängen, Kunstspaziergängen für Jugendgruppen, etc. in
ihrer differenzierten Besonderheit erleben.
Es wird ein Ausstellungskatalog publiziert, der alle ausgestellten Außenskulpturen
FRANZ WESTs beinhaltet und mit Texten und Interviews
komplettiert wird.
Bitte fordern Sie bei Bedarf Fotomaterial an!
Die
Ausstellung wird unterstützt vom Land Tirol, HYPO Tirol Bank, Sektion
KUNST Bundeskanzleramt, Innsbrucker Sommer, Tourismusverband
Innsbruck-Igls, Stadt Innsbruck, Tirol Werbung, AXA Nordstern Colonia |